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Juni 2020

Wirtschaftsprognose für Polen – Auswirkungen der Corona-Krise

Auch wenn sich die Wirtschaft Polens 2008-2009 als resistent gegen die globale Finanzkrise erwiesen hat, wird die durch das Coronavirus verursachte Krise schwerwiegende Auswirkungen hierauf haben. Eine Rezession ist unabwendbar und es wird der erste Rückgang des polnischen Wirtschaftswachstums seit 30 Jahren sein. Den Schätzungen nach wird das polnische BIP im Jahr 2020 um etwa 4% sinken (nach Angaben der Europäischen Kommission wird der Rückgang 4,3% betragen und nach Angaben der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung: 3,5%).

Die Antriebskraft der Wirtschaft Polens war in den letzten Jahren vor allem der Privatverbrauch, der nach Schätzungen der Europäischen Kommission in diesem Jahr um 4,9% sinken und 2021 um 3,8% wieder steigen wird. Die Investitionen werden 2020 um 8,4% sinken, und die Erholung in 2021 wird hier ca. 5,9% ausmachen.

Trotz allen Anscheins ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt nicht schlecht. Erwähnenswert ist, dass Polen zum Jahreswechsel 2019/2020 die niedrigste Arbeitslosenrate seit 30 Jahren hatte - sie fiel unter 5%. In Wielkopolska betrug sie 2,8% (die niedrigste Rate unter den polnischen Regionen) und in Posen fiel sie unter 1% (die niedrigste Rate unter den polnischen Großstädten). Der Ausgangspunkt war also sehr günstig. Glücklicherweise kam es zu Massenentlassungen infolge der Covid-Pandemie nicht. Der größte Beschäftigungsrückgang war bei Handel und Dienstleistungen (Tourismus, Gastronomie) zu verzeichnen. Es soll hinzugefügt werden, dass es in Polen Anfang 2020 über 1,5 Millionen Beschäftigte aus der Ukraine gab, die häufig in den oben genannten Branchen beschäftigt waren. Ca. 10% von ihnen (rund 150.000 Menschen) verließen nach dem Ausbruch der Pandemie ihren Arbeitsplatz in Polen und kehrten in ihre Heimat zurück. Derzeit (Daten Ende April 2020) liegt die Arbeitslosenrate in Polen bei 5,6% (3,3% in Wielkopolska) und zeigt einen Aufwärtstrend. Es wird jedoch geschätzt, dass sie landesweit eher unter 10% bleibt.

Der größte Arbeitgeber in Wielkopolska – VW-Poznan – beschäftigt ca. 11.000 Mitarbeiter in 3 Werken (Poznań, Swarzedz und Wrzesnia). Er kündigte vorerst die Entlassung von nur 200 Personen, die über eine Zeitarbeitsagentur beschäftigt waren. VW-Poznań stellte die Fertigung für 5 Wochen vollständig ein und nahm sie Ende April wieder auf. Den Mitarbeitern wurde 100% Lohn für die Ausfallzeit ausgezahlt.

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