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Oktober 2020

Wirtschaftslage in Wielkopolska angesichts der Pandemie

Die wirtschaftliche Situation von Wielkopolska ist vor dem Hintergrund anderer europäischer Regionen nicht schlecht, jedoch die momentan steigende zweite Welle der Pandemie lässt nicht zu viel Optimismus zu. Bis jetzt übte die Epidemie den größten Einfluss auf Branchen, die mit grenzübergreifendem Personenverkehr zu tun haben.

Am stärksten wurde die Touristikbranche betroffen. Es gab einen deutlichen Rückgang bei den ausländischen Touristen. Im Mai gab es in Posen um 98% weniger Auslandstouristen, im Juni - um 90% und im Juli – um 81%. Die Auslastung der Hotels war am niedrigsten im April: 2,7%, worauf es einen Zuwachs auf 35% im Juli gab. Die kleinere Anzahl an ausländischen Touristen wurde einigermaßen durch den gestiegenen Verkehr von inländischen Touristen gemildert. Diese haben anstelle eines unsicheren Urlaubs im Ausland inländische Destinationen gewählt.

Mit großen Problemen kämpft Posener Flughafen. Posen – Ławica bediente 2019 knapp 2,4 Mio. Fluggäste. In diesem Jahr kann es lediglich eine Million sein. Über 2 Monate war der Flughafen geschlossen. Inländische Verbindungen wurden im Juni wieder aufgenommen, und die ausländischen – im Juli, aber der Verkehr ist viel kleiner als im Vorjahr. Der Hafen hat vor, ca. 20% der 300-Personen-Belegschaft zu entlassen.

Ähnliche Probleme hat MTP - Posener Messegesellschaft. In dem Zeitraum von März bis Juni wurden wegen Lockdown keine Messeveranstaltungen organisiert. Die Organisation von Messen wurde im Juni wieder aufgenommen, unter Einhaltung der verschärften Hygienevorschriften. Die Veranstaltungen erfreuten sich jedoch viel kleinerer Beliebtheit bei Ausstellern und Besuchern. Wegen der zweiten Pandemiewelle und der Klassifizierung Posens wie auch anderer polnischen Großstädte zu der sog. Roten Zone seit dem 17. Oktober mussten alle Messeveranstaltungen erneut wiederrufen werden. Die Krise betrifft also auch Firmen, die mit dem Bau und Bedienung der Messestände sich beschäftigen. Die Verluste bei MPT machen am Ende des Jahres mindestens 50 Mio. PLN (ca. 11,5 Mio. EUR). Solch eine Situation gibt es in der 100-jährigen Geschichte der MTP zum ersten mal. Nie wies die Messegesellschaft rote Zahlen auf. Das schlechte Finanzergebnis wird sich in erster Linie in mangelnden Investitionen in die Messeeinrichtungen wiederspiegeln.

Die Produktionsbranchen schaffen es besser in der Koronakrise. Solaris - der Bushersteller aus Bolechowo nahe Posen - hat die Fertigung selbst in der Zeit des allgemeinen Lockdown nicht unterbrochen. VW-Posen hatte eine Fertigungsunterbrechung zwischen 19. März und 27. April. Die Koronakrise wirkte sich mit gesenkter Anfrage auf dem Automarkt aus. VW-Posen, der größte Arbeitgeber in der Region, mit der Belegschaft von 11 Tsd. Mitarbeitern, kündigt in diesem Jahr ca. 1 000 Mitarbeiter, davon 200 Personen aus Zeitarbeitsagenturen und 750 Personen, deren Kündigung auf die Automatisierung des Werkes zurückzuführen ist und noch vor der Koronakrise mit Gewerkschaften verhandelt wurde.

Seit Juni ist die Arbeitslosenrate in Wielkopolska stabil und bleibt um die 3,7%, der Landesdurchschnitt ist 6,1%. Wielkopolska war in seiner Geschichte immer schon die Region mit der niedrigsten Arbeitslosenrate in Polen. An der Wende 2019/2020 sank die Arbeitslosenquote in der Region auf rekordniedriges Niveau – unter 3%, und die pandemiebedingte Steigerung scheint dadurch nicht so schwerwiegend zu sein.

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