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Dezember 2020

Wirtschaftsprognose für Polen 2021

Die COVID-19-Pandemie hat die Weltwirtschaft schwer geschockt. Polen ist - im Vergleich zu anderen Ländern, einschließlich Mitgliedern der Europäischen Union - relativ schwach von der Pandemie betroffen worden. Es wird erwartet, dass das polnische BIP in diesem Jahr um 3,5% sinken wird, was im Vergleich zu der Prognose für die gesamte EU: - 7,4% ein gutes Ergebnis ist.
Es soll betont werden, dass die Wirtschaft Polens zum ersten Mal seit 30 Jahren in eine Rezession geraten ist. Selbst in den schwierigen Jahren 2008-2009 verzeichnete es als das einzige Land in der Europäischen Union ein ununterbrochenes Wirtschaftswachstum, und im letzten Jahr erfuhr Polen Hochkonjunktur, d.h. in 2019 stieg das BIP um 4,5%.

Die relativ geringen Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft Polens sind hauptsächlich auf den hohen Anteil der Industrie (ca. 1/3) an der BIP-Struktur zurückzuführen. Die Industrieproduktion ging im April und Mai dieses Jahres - also während der ersten Pandemie-Welle - etwas zurück, erholte sich jedoch schnell und übertraf im dritten Quartal 2020 das Niveau vom Vorjahr. Die zweite Welle der Pandemie scheint keine Auswirkungen auf die Industrieproduktion in Polen zu haben.
Es sollte hinzugefügt werden, dass etwa 40% der polnischen Industrieproduktion exportiert werden, hauptsächlich nach Deutschland und da Deutschland 25% der polnischen Exporte absorbiert, ist es damit der wichtigste Wirtschaftspartner Polens. Die Stellung Polens unter den Wirtschaftspartnern Deutschlands wächst stetig. Umsatzmäßig war Polen in diesem Jahr an fünfter Stelle unter den Handelspartnern Deutschlands. In diesem Jahr überholte es Italien, vor einem Jahr - Großbritannien und folgt jetzt nur China, den USA, den Niederlanden und Frankreich.
Andere Faktoren, die die "Verletzungen" der polnischen Wirtschaft durch die Pandemie relativ gering hielten, sind - insbesondere im Vergleich zu den Ländern des europäischen Südens - eher geringer Anteil des Tourismus, insbesondere des Inbound-Tourismus, an Dienstleistungsstruktur, und ein großer Binnenmarkt mit knapp 40 Millionen Einwohnern. Der private Konsum ist nach wie vor ein wichtiger Motor der Wirtschaft Polens.

Trotz des relativ geringen Rückgangs wird die polnische Wirtschaft ihre Verluste erst 2022 ausgleichen. Die OECD prognostiziert für 2021 ein BIP-Wachstum von 2,9% und für 2022 - 3,8%.
Die Inflation, die zu Beginn der Pandemie 4,5% gegenüber dem Vorjahr erreichte, wurde eingedämmt. Den Schätzungen nach wird die Inflation im Laufe des Jahres 2020 3,4% betragen und für 2021 wird ein Inflationsrückgang auf 2,6% prognostiziert.
Die Arbeitslosenquote blieb in den letzten sechs Monaten auf einem stabilen Niveau von 6,1%. Diese Stabilisierung sollte im nächsten Jahr anhalten. Wielkopolska ist herkömmlicherweise die Region mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit im Land, derzeit 3,7%. Die Unterschiede in der Region sind jedoch beträchtlich: von 1,9% in Posen und 2,0% im Kreis Posen bis 9,3% im Kreis Konin im Osten von Wielkopolska, der sich momentan im Strukturwandel befindet.

Die Wirtschaftsprognose für 2021 ist mit hohem Risiko behaftet. Es bezieht sich hauptsächlich auf die mögliche Verschärfung der Pandemie, die strengere Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit fordern könnte und die schwerwiegendere und nachhaltigere wirtschaftliche Auswirkungen haben könnte.
Ein positiver Impuls für die Wirtschaft ist zweifellos die Verabschiedung des Haushalts der Europäischen Union am 10. Dezember einschließlich des Europäischen Instruments für den Wiederaufbau. In der EU-Finanzperspektive 2021-2027 wird Polen Mittel (Zuschüsse und Darlehen) in Höhe von insgesamt rund 173 Mrd. EUR aus den Strukturfonds der Europäischen Union und aus dem oben genannten Wiederaufbaufonds erhalten.

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